Clubszene
Dancing, Drinking & Dining
Die Clubs in FrankfurtRheinMain spielen in der Weltliga. Allen voran Sven Väths Cocoon Club. Er ist aber nicht der einzige
Der Tag geht, Sven Väth kommt. Wie ein Ufo liegt der Cocoon Club im Fechenheimer Industriegebiet. Bereit zum Start. Die internationale Partyszene – von klassisch bis schrill – ist bereit zum Boarding. Alle wollen mit dem „Godfather of Techno" abheben – wenn er mal in Frankfurt ist. Denn der meistgebuchte DJ der Welt, bekannt durch seine spektakulären Auftritte in der Frankfurter Flughafen-Disko Dorian Gray und auf der Berliner Love Parade, ist in den angesagtesten Clubs von New York, Rio und Tokio zu Hause. Manchmal von einem Tag auf den anderen. Kurz nach Mitternacht ist es so weit. Start in eine andere Welt. Feiern bis in den frühen Morgen.
Die Begeisterung für elektronische Musik ist groß in der Region. Schließlich gilt Frankfurt als die Geburtsstadt des Techno. 1982 arbeitet ein gewisser Andreas Tomalla in einem Plattenladen unter den Gleisen des Frankfurter Hauptbahnhofes. Er beginnt als Erster, die Schallplatten mit elektronisch produzierter Musik unter einem neuen Label zu sortieren. Der Begriff „Techno“ wird geboren. Nicht nur wegen der historischen Verbindung zum wummernden Techno-Sound wird Frankfurt in einem Atemzug mit anderen Electro-Hochburgen wie London oder Detroit genannt. Geht es um Bass und Beats, spielen die Clubs in FrankfurtRheinMain in der Spitzenklasse. Das hat auch das renommierte britische „DJMag“ registriert. In der Umfrage zu den „weltbesten Clubs“, die das Magazin unter DJs durchgeführt hat, wurden sowohl der Cocoon Club (11) wie auch das Robert Johnson (24) in Offenbach in die Top 25 gewählt.
Der Cocoon Club nimmt in FrankfurtRheinMain eine herausragende Stellung ein. Der 2600 Quadratmeter große Mittelpunkt der Frankfurter Clubszene präsentiert regelmäßig Top-DJs der Techno-, Electro- und House-Szene. Die Techno-Pioniere Carl Cox und Laurent Garnier haben ebenso das 120000 Watt starke High-End-Soundsystem traktiert wie Paul van Dyk, Richie Hawtin, DJ Hell, Tiefschwarz oder Ricardo Villalobos. Außerdem begeistert der Club durch die Kombination mit der Lounge „Micro“ und dem Sterne-Restaurant „Silk“. Mario Lohninger serviert puristische Kreationen, die die illustren Gäste im Liegen zu sich nehmen. Dass etwas Besonderes etwas teurer ist, nimmt die Szene in Kauf.
Der Robert Johnson Club in Offenbach ist anders. Während das Cocoon viele Club-Touristen und Szene-People anzieht, finden sich im „Robert“ fast ausschließlich Elektro-Fans. Und dieser Sound steht in dem minimalistisch gestalteten ehemaligen Bootshaus auch im Vordergrund. Das meist hochkarätige Programm wird oft gar nicht angekündigt, sondern höchstens durch einen Musikmix angedeutet. Die Partys sind legendär und mittlerweile auch international bekannt. Bevor man nicht vom Club-Balkon aus den Sonnenaufgang über dem Main erlebt hat, geht hier kaum einer nach Hause. Nicht selten enden die Partys erst am Nachmittag. Kondition ist gefragt.
P.S.: Im Herbst findet regelmäßig die „Nacht der Clubs“ mit 20 Locations, 1 x Eintritt und Shuttle-Bussen in Frankfurt statt. Mehr Infos unter www.nacht-der-clubs.de
Alexander Handcock, FRM