Das neue Gesicht von FRM
Immobilien Projekte verändern die Region
Ob in Frankfurt, Offenbach, Hanau oder Mainz: Überall in der Region sind zukunftsweisende Immobilien-Projekte in Planung
EZB FRANKFURT
„Durch die besondere Geometrie, die komplex, aber nicht kompliziert ist, bekommt das Gebäude auch seinen Mehrwert; es sieht von vielen Seiten verschieden aus. Damit haben wir auch die Typologie des Hochhauses neu definiert.“ So beschreibt der Wiener Architekt Wolf D. Prix (Coop Himmelblau) seinen Entwurf für den Neubau der Europäischen Zentralbank (EZB), mit dem er aus einem internationalen Wettbewerb als Sieger hervorgegangen ist. Die Baukosten wurden auf 500 Millionen Euro zu Preisen von 2005 festgeschrieben. Die beiden 185 Meter hohen Hochhausscheiben entstehen auf der Südseite der von Martin Elsässer 1927 erbauten 220 Meter langen denkmalgeschützen ehemaligen Großmarkthalle. Mit einem gläsernen „Riegel“ durch die Großmarkthalle verbindet Architekt Prix die beiden Gebäude. Der „Riegel“ wird ein Konferenz- und Besucherzentrum, eine Bibliothek und die Kantine aufnehmen. Der Umzug der rund 1400 EZB Beschäftigten, die bislang an drei unterschiedlichen Standorten in Frankfurt arbeiten, ist für Anfang 2014 geplant.
AIRPORT CITY
Flughäfen haben sich von Orten des Transits immer mehr zu Arbeitsplatz-Hotspots der globalen Arbeitsnomaden gewandelt. Schon lange bevor „Airport City“ als Begriff geprägt wurde, lebten die Hotels am Flughafen Frankfurt davon, dass sie Konferenzräume vermieteten, zu denen die Teilnehmer einflogen, tagten und wieder davondüsten. Das gerade fertiggestellte „The Squaire“, ein Kofferwort aus den englischen Begriffen „square“ und „air“, ist dafür das Paradebeispiel: Direkt an einem der zentralsten Autobahnknotenpunkte gelegen und mit den europaweit wichtigsten ICE-Verbindungen im Kellergeschoss, schafft man es vom „The Squaire“ in nur wenigen Gehminuten zum Flugsteig oder zum Bahnsteig. „The Squaire“ ist nicht nur ein spektakulärer Neubau. „The Squaire“ ist ein zukunftsweisendes Business-Konzept: New Work City – Arbeit, Mobilität und Leben unter einem Dach. Mit 660 Metern ist das silbern glänzende, neunstöckige Gebäude genauso lang wie die „Zeil“ in der Frankfurter City. Die vermietbare Fläche von 140000 Quadratmetern macht das von Stararchitekt Helmut Joos spektakulär entworfene Gebäude zu einer der weltweit größten Gewerbeimmobilien. Das Gesamtgewicht von 350000 Tonnen lastet auf Stelzen, an keinem Punkt hat das neunstöckige Gebäude Kontakt zum Boden. Die Verglasungen haben eine Größe von rund 18 Fußballfeldern. Das Wirtschaftsprüfungsunternehmen KPMG hat sich für seine Europazentrale einen Großteil der Büros im „The Squaire“ reserviert; im Ostteil des Gebäudes haben zwei Hilton-Hotels mit 580 Zimmern ihr Domizil. Für Interessenten aus Asien und dem Arabischen Raum ist es eine ideale „Bodenstation“ in FRM. Und zum Leben ist auch reichlich Platz: Allein die drei tageslichtdurchfluteten Atrien haben eine Größe von 13 000 Quadratmetern. Auch der zweite „Stadtteil“ der Airport City,„Gateway Gardens“, vereinigt diese infrastrukturellen Vorteile. Auf dem Gelände der früheren US-Airforce-Siedlung gleichen Namens gelegen, steht eine Grundstücksfläche von rund 35 Hektar zur Verfügung. „Gateway Gardens“ gilt als Prototyp der Stadt von morgen. Leben in einer grünen Oase mit optimaler Verkehrsverbindung. Im Westen des Flughafens schließlich bildet das Areal einer ehemaligen Raffinerie den Logistikstandort „Cargo City". Schon bald sollen hier, direkt am Main, bis zu 5000 Arbeitsplätze entstehen.
TOWER 185
Der Tower 185 ist für das Europaviertel das Erkennungszeichen, denn er wird nach seiner Fertigstellung 200 Meter messen. Schon 2010 werden die ersten Mieter der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PWC) einziehen, während über ihnen noch die Hochhausspitze betoniert wird. Gebaut wird der Tower 185 nach den Plänen des Architekten Christoph Mäckler. Die Formensprache entstammt Mäcklers Auffassung einer rematerialisierten Moderne, sie steht gleichermaßen für zeitlose Eleganz und nachhaltigen Umgang mit knapper werdenden Ressourcen. Als Markenzeichen hat er dem mit einer Aluminium-Glasfassade verkleideten Gebäude einen sechsgeschossigen Natursteinsockel mit Arkaden vorgesetzt, der einen mit Platanen gesäumten Platz begrenzt. Der 50-geschossige Wolkenkratzer soll eine LEED-Zertifizierung in Gold für nachhaltiges Bauen erhalten.
EUROPAVIERTEL
Als rund 90 Hektar ehemaliger Bahnfläche, auf denen der Hauptgüterbahnhof und ein Rangiergelände betrieben wurden, stillgelegt wurden, war schnell klar, dass die gigantische Konversionsfläche nur in einen neuen Stadtteil umgewandelt werden konnte. Das Areal wird in zwei Teilen entwickelt, da es zwei unterschiedlichen Bahntöchtern übertragen wurde – der Vivico Real Estate GmbH und der Aurelis Asset GmbH. Im östlichen Teil, der unmittelbar an das Bahnhofsviertel, die Messe und an die Innenstadt angrenzt, wurde 2001 ein erster Bebauungsplan für 60 Hektar rechtskräftig. Stadtzugewandt ermöglicht er eine interessante Hochhausbebauung mit sechs Gebäuden, die zwischen 160 und 200 Meter Höhe erreichen dürfen, sowie dem 365 Meter hohen Millennium Tower, der zunächst nicht realisiert wird. Die Nutzung ist vorrangig gewerblich, mit abnehmender Tendenz nach Westen. Insgesamt sind rund 70 Prozent Büro, Gewerbe und Dienstleistung geplant und 30 Prozent für Wohnnutzung vorgesehen. Nach Fertigstellung sollen im Europaviertel später einmal rund 10000 Menschen arbeiten und 3000 Menschen wohnen. Zwischenzeitlich ist das Gelände weitgehend erschlossen, mit Ausnahme der aus drei Gebäudekomponenten bestehenden Skyline Plaza (Einkaufs- und Kongresszentrum, Hotelturm und Büroturm). Für diesen Komplex will der Bauherr Vivico bis Ende 2010 einen Bauantrag stellen. Auch im Westen, in Richtung der Autobahn A 5 sind die ersten Arbeiten für die Erschließung mittlerweile weitgehend beendet. Zusammen mit der bereits fast vollendeten Bebauung des angrenzenden Wohngebiets Frankfurt-Rebstock wird das Europaviertel ein so genanntes „Band der Moderne“ bilden. Den Masterplan für das neue Quartier hat das Planungsbüro Albert Speer & Partner erstellt.
HAFEN OFFENBACH
Wohnen und Arbeiten am Fluss, eine Formel, die auch für Offenbach Zukunft verheißt. Denn auch hier gab es einen Hafen, der in die Jahre gekommen war und nicht mehr intensiv genutzt wurde. So wird schon Anfang 2011, nachdem zwischen den Unternehmen im gegenüberliegenden Oberhafen Frankfurts eine Vereinbarung über die Lärmemissionen geschlossen werden konnte, mit den Bauarbeiten für die ersten Wohnungen begonnen. 140000 Quadratmeter Bauland und 160000 Quadratmeter Grün- und Verkehrsflächen stehen im größten flussnahen Entwicklungsareal der Region zur Verfügung. 500 bis 1000 Menschen sollen hier künftig wohnen, zudem 8000 bis 10000 Arbeitsplätze entstehen. Die Frankfurter ABG Holding plant im Januar 2011 den Baubeginn von etwa 150 bis 180 Mietwohnungen in Passivhaus-Standard. Nach Plänen des Frankfurter Architekturbüros Stefan Forster sollen direkt am Ufer drei achtstöckige Gebäude gebaut werden, die als Lärmriegel dienen und nur Fenster haben, die nicht geöffnet werden können. Auch die Hochschule für Gestaltung (HfG), die unter chronischem Platzmangel leidet, wird ins neue Hafenareal ziehen.
ZOLLHAFEN MAINZ
Wohnen am Fluss soll auch in Mainz möglich werden, denn schon seit langem ist der 120 Jahre alte Hafen den modernen Anforderungen der Schifffahrt nicht mehr gewachsen. Bereits vor sieben Jahren war deshalb der Beschluss gefallen, den Containerumschlag zu verlegen und die alte Hafenanlage in ein neues Stadtquartier umzuwandeln. Später sollen hier einmal etwa 1400 Wohnungen für 2500 Menschen und Räumlichkeiten für 4000 Arbeitsplätze gebaut werden, dazu private Bootsliegeplätze für Anwohner und eine öffentliche Marina. Der sogenannte „Loop“ schließlich soll als Flaniermeile Fußgängern ein von lästigem Autolärm befreites Promenieren ermöglichen. Das „Hafeninseln“ genannte Areal wird obendrein von Grachten umgeben sein. Für stimmungsvolles „Hafenfeeling“ sollen nach dem Umbau das alte Weinlager und die bereits vor längerer Zeit eröffnete Kunsthalle sorgen. Das Projekt in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt wird im Rahmen eines PPP Joint-Ventures von den Stadtwerken Mainz AG und dem Immobilienunternehmen Vivico gemeinsam gestemmt.
LAW SCHOOL WIESBADEN
Mit der European Business School für Wirtschaft und Recht (EBS) hofft die Landeshauptstadt auf universitären Glanz. Im Juni 2010 wurde die EBS Law School neben der EBS Business School als zweite Fakultät gegründet und somit der Universitätsstatus erlangt. Schon zum Wintersemester 2011/2012 will die neue Fakultät den Vorlesungsbetrieb aufnehmen, doch noch fehlt ein Universitätsgebäude für die 800 Studierenden. In einem Wettbewerb wurde zwischenzeitlich der Entwurf des Düsseldorfer Büros Eller+Eller gekürt. Seine Vorschläge für die Umgestaltung des alten unter Denkmalschutz stehenden Gerichtsgebäudes und den Neubautrakt hatten die Juroren einstimmig überzeugt. Die EBS überlegt, einen privaten Investor mit dem Bau der Law School zu beauftragen und das Gebäude anschließend auf 30 Jahre zu mieten. Bis dahin sucht man zunächst ein geeignetes Übergangsquartier.
CITY HANAU
Viele Jahre konnte man sich in Hanau nicht über eine Erneuerung der Innenstadt einigen. Nach einem zweijährigen PPP-Verfahren wurde der Partner HBB aus Lübeck gefunden, mit dem die Stadt ihren Umbau realisieren möchte. Inzwischen haben die Arbeiten an den Planungsunterlagen begonnen, um mit dem zwischen 200 und 300 Millionen Euro teuren Umbau zu starten. Hierbei werden die drei wichtigsten Plätze des Stadtkerns erneuert: der Freiheitsplatz, der Neustädter Marktplatz und der Kirchplatz. Die Stadt hat sich, in Abstimmung mit HBB, die Neugestaltung des Marktplatzes vorbehalten. Am Freiheitsplatz sollen ein Einkaufszentrum mit der Stadtbibliothek, ein Busbahnhof und eine Tiefgarage entstehen.
Hermann Wygoda




















