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Urban Future Forum

Die Stadt und die Energie

Mitte März diskutierten Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft auf einem Zukunftskongress der Frankfurter Bürgerstiftung „Urban Future Forum“ das Thema „Die Stadt und die Energie“

Das Thema hätte aktueller nicht sein können. In den Nachrichten die Ereignisse aus Tokyo und Fukushima. Auf dem Campus Westend der Frankfurter Goethe-Universität der Zukunftskongress zum Thema „Die Stadt und die Energie“. Die Bürgerstiftung „Urban Future Forum“ hatte kommunale und regionale Politiker und Wirtschaftsvertreter eingeladen, um über die globalen Energietrends zu diskutieren und Perspektiven für die Entwicklung der Städte zu entwerfen. Auf der Agenda der zweitägigen Veranstaltung standen die vier Megatrends der globalen Energiewirtschaft Erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Elektromobilität und Rekommunalisierung. Referenten und Teilnehmer waren sich über die Notwendigkeit einer Energiewende und die Schlüsselrolle der Kommunen einig und betonten vor dem Hintergrund der Ereignisse in Japan, dass aus dem Zwang zum Umdenken ein – durchaus realisierbarer -Wunsch geworden sei. Unternehmensvertreter berichteten von zum Teil beachtlichen Fortschritten.

So will die Mainova, einer der größten Energieversorger in Deutschland mit Sitz in Frankfurt, in den kommenden Jahren 500 Millionen Euro in Erneuerbare Energien und 600 Millionen Euro in Netze investieren – das entspricht etwa der Hälfte der Bilanzsumme. Die ABG Frankfurt Holding, mit 80.000 Vermietungseinheiten die größte Wohnungsbaugesellschaft in Frankfurt, hat frühzeitig den Trend erkannt und sich massiv um die energetisch fortschrittliche Ausstattung ihrer Objekte bemüht. Seit 1999 hat die Gesellschaft mehr als 100.000 Quadratmeter Wohnfläche im CO2-sparenden Passivhausstandard entwickelt und gebaut. Beide Unternehmen befinden sich mehrheitlich im Besitz der Stadt Frankfurt und geben dem  Trend zur Rekommunalisierung Auftrieb. Die Kommunen wollen sich wieder stärker engagieren und mehr Einfluss auf den Energiebereich nehmen. Sie können es auch - siehe oben. „Citizen Value“ statt „Shareholder Value“ lautet die Devise.

Eine beeindruckende Studie stellte die Geoinformatikerin Martina Klärle, Professorin an der FH Frankfurt, vor. Sie erstellte mit einer Projektgruppe des Studiengangs Geoinformation und Kommunaltechnik eine „Potenzialanalyse Erneuerbare Energien für den Planungsverband Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main“. Ergebnis: 75 Prozent der 75 Kommunen rund um Frankfurt könnten ihren Strombedarf zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien decken. Die genauen Ergebnisse werden Ende März im Internet veröffentlicht und können als Entscheidungsgrundlage für die Kommunen dienen. Eine Erkenntnis der Studie war aber auch, dass Kommunen auf dem Land über ein höheres Potenzial verfügen und damit zum Energielieferanten für die Städte werden könnten. Das wiederum könnte die Regionalwirtschaft stärken und die regionale Zusammenarbeit in Metropolregionen wie FrankfurtRheinMain stärken.

Martin Orth