Thomas Müller
Unternehmer, Bad Soden
Nein. Tanzen kann Thomas Müller nicht sonderlich gut. „Da reden wir lieber nicht drüber“, winkt der 61-Jährige ab. Muss er ja auch nicht. Der Mann hat anderes zu tun. Seit 32 Jahren sorgt er in der vierten Generation als Chef des Familienunternehmens Diamant Tanzschuhe in Bad Soden dafür, dass sich Menschen in 37 Ländern gekonnt in den nur ein paar hundert Gramm leichten Tanzschuhen auf dem Parkett bewegen können. Müller ist seit über 40 Jahren in der Schuhherstellung tätig und erlernte sein Handwerk auf dem italienischen Kolleg ARS Suttoria in Mailand. Angefangen hat die Familiengeschichte mit der Gründung eines „Geschäftes für die Herstellung von naturgemäßen Schuhen“ 1873 in der Ziegelgasse in Frankfurt durch den Schuhmachermeister Eberhard Müller. Nach Bad Soden ist der einzige in Deutschland produzierende Tanzschuhhersteller 1958 mit der Neugründung der Angulus Otto Müller KG gekommen. 17 Jahre später entstand unter dem Namen „Diamant“ eine Tanzschuhkollektion, die von namhaften deutschen Tänzerinnen und Tänzern mitentwickelt wurde. Mit der Spezialisierung auf Tanzschuhe wurde 1982 die Firmierung Diamant Schuhfabrik Otto Müller KG angenommen. Dank verbesserter Prozessautomatisierung und des Einsatzes modernster Technik werden mittlerweile über 80 Modelle angeboten. Eine Vielfalt von Materialien, Absatzformen und Weiten ermöglicht es, mehr als 1000 Variationen zu kreieren. „Made in Bad Soden“ ist längst ein Gütesiegel der besonderen Art. Mehrere Millionen Tanzschuhe wurden von der Kurstadt aus schon in alle Welt verschickt. Auch weil der Preis stimmt. „Teurer muss nicht sein“, sagt der Firmenchef. Obwohl der Diamant Tanzschuh trotz Hightech noch immer ein Produkt mit viel Handarbeit ist und in bis zu 40 Arbeitsgängen gefertigt wird – von Mitarbeitern, die teilweise selbst schon zur Familie gehören. Stichwort: Zukunft. Auch da muss sich Thomas Müller keine Sorgen machen. Ehefrau Petra Müller-Unger ist ebenso an seiner Seite, wie es die Kinder Bianca und Oliver sind.
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Ulrich Müller-Baun
