Schneider+Schumacher
Die Städel-Architekten
Das renommierte Architektur-Büro aus Frankfurt erweitert das Städel Museum. Der Neubau ist von außen kaum sichtbar und erhält dennoch höchstes Lob.
Wer ist Sir Peter Cook? Ein britischer Star-Architekt und Vordenker der Branche. Er zählte zu den Mitbegründern der Gruppe „Archigram“, die in den 1970er Jahren mit einer Prise Pop die bis dahin geltenden Vorstellungen von Architektur sprengte. 2003 wurde eins seiner bekanntesten Werke, das Kunsthaus Graz, fertiggestellt. Zuvor hatte Cook 23 Jahre lang an der Frankfurter Städelschule gelehrt. Zu seinen Schülern zählen Till Schneider und Michael Schumacher, die heute als Schneider+Schumacher firmieren. Sie sind eins der bedeutendsten deutschen Architekturbüros. Bekannt wurden sie mit der roten Infobox am Potsdamer Platz in Berlin und dem Umbau des Frankfurter Westhafens zu einem neuen Quartier. Ihre Botschaft: Klarheit und Einfachheit, offene und flexible Strukturen mit sehr guter Orientierung. Mit diesem Konzept haben die Städelschüler auch den Zuschlag für den Erweiterungsbau des Städel Museums erhalten. „Ein Glücksfall. Das Städel wird Frankfurts Grüner Hügel“, schrieb der renommierte Architekturkritiker Dieter Bartetzko in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Der Entwurf sieht eine unterirdische Verdoppelung der Fläche vor. Damit bleibt das Städel, wie es war. Der Neubau wird äußerlich nur in Gestalt eines begrünten Hügels mit Bullaugen in Erscheinung treten, die in den „Gartenhallen“ spektakuläre Lichteffekte erzeugen. „Eine im Verschwinden extrem präsente und spektakuläre Form“, sagt Schumacher. Finanziert wird der Neubau, der 2012 eröffnet werden soll, unter anderem durch die gelben Benefiz-Stiefel. Schneider, Schumacher und viele Prominente tragen sie schon. Sir Peter Cook sollte auch ein Paar bekommen.
Martin Orth

